Samstag, 13. September 2008

Wer mit dem Urobilinogen vertrauter werden will,

dem sei diese Seite ans Herz gelegt. Dort wird des letzteren Verhalten bei Hämolyse, Scholedoschusverschlusch und Leberschaden anschaulich erklärt. Mir hat es diesbezüglich Erleuchtung gebracht.

Rhythmologie für dummies

Freitag, 12. September 2008

Gehirndoping

Wenn sich Studenten irgendeiner Fachrichtung für Ihre Examensvorbereitung dopen, dann dürften nach den Sportstudenten am ehesten ja wohl die Mediziner betroffen sein.

Und das Examen dürfte der Zeitraum im Studium sein, wo der ein oder andere es tatsächlich ausprobiert..

für mehr Informationen

Es ist allerdings zu hoffen, dass nur die wenigsten irgendwelche Psychopharmaka als Lernhilfen benutzen. Dazu ist die Note einfach nicht wichtig genug, und die meisten Mediziner sind wohl doch eher vernünftig und risikobewusst.

Sonntag, 7. September 2008

Besserwisserei

Mediscript konfabuliert - Hier der Kommentar zum sog. "lead time bias" (3/99, Frage 548; CD 3/96-3/06) - entsprechende Fragen kamen in den letzten Jahren öfters vor.
Die Lösung "lead time bias" ließe sich sinngemäß als "systematischer Fehler bezüglich der Laufzeit der Studie" übersetzen. Genau dies lag bei der erwähnten Untersuchung vor: die Laufzeit war systematisch zu kurz gewählt. Erst nach einer längeren Beobachtungszeit ließ sich feststellen, daß die angewandte Screeningmethode zwar die Überlebenszeit verlängert, jedoch nicht die Mortalität gesenkt hatte.

Zum Glück gibts die Wikipedia...
Beim lead time bias handelt es sich um einen Fehler, der bei Studien zur Krebsfrüherkennung eine Rolle spielt. Er beschreibt eine nur scheinbar verlängerte Überlebenszeit bei Vorverlegung des Diagnosezeitpunkts verglichen mit Patienten, die erst nach klinischen Symptomen eine Diagnose gestellt bekommen (...) - d.h. die Diagnose wird früher gestellt, und der Patient lebt nach Diagnosestellung länger, insgesamt besteht jedoch kein Gewinn an Lebenszeit durch Durchführung des Screenings. [habs überprüft]

Krass, oder? Das ist doch typisch für die mediscript-Kommentare - es wird irgendwas zusammengeschrieben, Hauptsache, es klingt gut und "erklärt" die vom IMPP angegebene Lösung. Gut zum Fragen-Auswendiglernen, schlecht, wenn man nicht irgendeine, sondern die richtige Erklärung haben will.

Das könnten wir besser! Wenn uns das IMPP nur ließe (ich hab mal angerufen, sie geben die Fragen nur an Verlage mit tragfähigem Geschäftskonzept heraus).

Samstag, 30. August 2008

Das liebe IfSG

Das Infektionsschutzgesetz wurde 2001 geändert, deswegen könnte es bei so manchen Altkommentaren falsche Infos geben. Daher hier ein update/eine Zusammenfassung.
Was alles bei akutem Erregernachweis meldepflichtig ist, kann sich kein Mensch merken... Wird aber sicher mal gefragt und ist praktisch auch nicht ganz irrelevant.
Hier also nur die nicht ganz so bösen Bösewichte, bei denen mich die Meldepflicht überrascht hat (bei Ebola & Co isses ja klar):
Dagegen ist klar, dass nur bei den ganz fiesen Erregern (siehe IfSG-Originaltext) schon der Krankheitsverdacht gemeldet werden muss.

Was noch betont wird:
1. Quarantäne gibts nur noch für virales hämorrhagisches Fieber und Lungenpest
2. Das Gesundheitsamt kann Prostituierte ambulant behandeln
3. Es darf fast alles, nur keinen Magensaft gegen den Willen des Betroffenen entnehmen

Donnerstag, 28. August 2008

Röteln aus Togo

Als Kaiser Wilhelm II. nach Togo fuhr, traf er nach 3 Wochen Schiffsreise das traurige Äffchen Gregg, das sich bei ihm über ein nichtkonfluierendes Exanthem und eine nuchale Nll.-Schwellung beklagte; sonst wollte es aber nichts sehen, nichts hören und auch nicht über sein gebrochenes Herz sprechen. Nicht mal ein kaiserlichers Heidelbeer-Muffin vermochte es zu trösten.
Eine traurige Geschichte, die mir hoffentlich wenigstens hilft, die verdammte Röteln-Embryopathie zu kennen -
Gregg-Syndrom: Auge (Retinopathie, Katarakt), Ohr (Innenohrtaubheit) und Herz (offener Ductus, Septumdefekte). Wegen Thrombozytopenie-bedingter Purpura wird auf engl. geschmacklos, aber einprägsam von "Blueberry muffin babys" gesprochen.

Und nebenbei sei noch daran erinnert, dass die sog. "German Measles" = Rubella (2-) 3 Wochen Inkubationszeit brauchen und zu den Togaviren gehören (Togo, unter Wilhelm eine dt. Kolonie, ist ziemlich arm, also reicht es nur zu RNA). Das alles lässt sich durch die MMR-Impfung im 12. und 18. Monat verhindern - siehe aktuelle STIKO-Seite. In der Schwarzen Reihe sind die Daten noch anders. Die Seite ist ziemlich interessant, z.B. gibts auch Infos zur seit 2007 für Mädchen von 12-17 Jahren empfohlenen HPV-Impfung gg. HPV 16 & 18 (der Impfstoff enthält das Hauptkapsidprotein der Viren, keine DNA).

Da ich mit Willem Zwo angefangen hab, ist es nur angemessen, mit Adolf, der Nazisau, aufzuhören - hier ein Merkspruch für DNA-Viren: Adolf Heppners PaPas Po hat Herpes
(Adeno-, HepaDNA-, Papova-, Parvo-, Pox-, Herpesviridae). Und welche davon sind nackt (ohne Hülle)? Hier ein First-Aid-Spruch: You have to be naked for a PAP smear (Parvo, Adeno, Papova - sinnigerweise gehören die HPV dazu).

für alle Examenslerner:

Sleep after learning aids memory recall.

Gais, Lucas, Born

In recent years, the effect of sleep on memory consolidation has received considerable attention. In humans, these studies concentrated mainly on procedural types of memory, which are considered to be hippocampus-independent. Here, we show that sleep also has a persisting effect on hippocampus-dependent declarative memory. In two experiments, we examined high school students' ability to remember vocabulary. We show that declarative memory is enhanced when sleep follows within a few hours of learning, independent of time of day, and with equal amounts of interference during retention intervals. Sleep deprivation has a detrimental effect on memory, which was significant after a night of recovery sleep. Thus, fatigue accumulating during wake intervals could be ruled out as a confound.


direkt zum pubmed artikel hier

Man fragt sich natürlich noch, welcher Schlaf am meisten fürs Erinnern bringt: REM, non-REM, etc.? Auch dazu ist schon geforscht worden, aber es ist noch nicht richtig konklusiv. Für das deklarative Gedächtnis, das ja für eine schriftliche Prüfung eher wichtiger als z.B. das prozedurale ist, soll SWS (slow wave sleep) wichtiger sein .....hier